Meine Selbstversorgung

Die Selbstversorgung im Süden ist natürlicher Weise deutlich einfacher als in nördlichen Ländern und sicher auch der Grund dafür warum die Menschen im Süden etwas sorgloser sind und damit gelassener erscheinen.

Es „fliegt“ und „schwimmt“ einem hier unten auf der Insel wirklich vieles leichter zu. Aber gelassener sind die Südländler eigentlich nicht, den der Mittelmeer Mensch ist schneller auf der Palme und das nicht nur weil er eine hat.

Tausende Jahre, als die Beschaffung oder/und Herstellung von Lebensmittel, Textilien und Energie nicht nur die Selbstversorgung ausmachten sondern 100% des Tagesablaufes bestimmten, hatten es Zeus mit seiner Mannschaft hier unten wesentlich einfacher als unser Uropa, der Germane. Man siedelte in der Nähe von Wasser und das Leben war abgesichert.

Lebensmittel wachsen hier das ganze Jahr und damit meine ich nicht nur das Grill Hänchen im geheizten Käfig sondern vor Allem das Obst und Gemüse. …

Textilien braucht man hier ja kaum und wenig. Ich verbrauche im Jahr 4 Paar Sandaletten a 5 Euro, 2 kurze Hosen a 10 Euro und 4 T-Shirts a 5 Euro. Meine gesamte dicke Bekleidung und feste Schuhe stammen noch aus dem Koffer von 2005 als ich von Deutschland nach Bodrum umgesiedelt bin.

Ja und Energie, da muß man nur die Heizkosten vergleichen. Meine sind seit 15 Jahren Null. Ein Küchenofen mit 8 Meter Ofenrohr kocht und heizt mit dem Holz was ich in der Umgebung fällen und finden kann. Etwa 1 Drittel meines Holverbrauchs von 3-4 m³ wird bei Sturm am Strand angeschwemmt. Warmes Wasser erzeugt eine Solaranlage mit Wasser aus dem eigenen Brunnen. Eine eigene Photovoltaik Anlage ist wieder in die Planung gekommen, weil die Bauteile so günstig geworden sind und die Art der Installation hier eine Amortisation in 2 Jahren ermöglicht. Aber wir hängen an einer kleinen Photovoltaik Anlage die von den alten Bewohnern unseres Biotopes bereits errichtet wurde, wir sind also schon „sauber“.

Nach etwa 5 Jahren meiner bewussten Selbstversorgung, schätze ich diese auf 70% ein, aber in irgendeinem Krisenfall bei 100%, wenn man mal auf einige angenehme Zukäufe verzichtet. Und einiges davon können wir noch mit den Nachbarn tauschen.